Intersolar 2026: PV Insider besucht Europas größte Solarmesse

PV-Insider-Redakteur Matthias Schmid war zwei Tage vor Ort auf der riesigen Solarmesse Intersolar 2026 in München – er hat sich dort nicht nur die neuesten PV-Speicher und -Module angeschaut.

Matthias Schmid

08 Juli 2026

Fast live von wichtigsten Branchenschau für Solarenergie: Wir haben die Intersolar 2026 in München besucht und berichten über die Trends für Privathaushalte – darunter viele neue Speicher für Balkonkraftwerke.

Regelmäßige Leser von PV Insider sind bestens informiert über die komplette Themenwelt rund um Balkonkraftwerke: Egal ob es um Vergleichstests geht, um Speicher für die Steckersolargeräte oder dutzende Ratgeber-Themen von Lebensdauer über Förderung bis Smart Meter. Gleichzeitig berichten wir regelmäßig über die neuesten Zahlen aus der deutschen Solar- und Energiebranche oder topaktuelle Entwicklungen bei Solarmodulen.

Auf der Intersolar stehen Balkonkraftwerke natürlich erstmal im Schatten der großen Solarthemen: Die neuesten ESS-Modelle (Energy Storage System) für Dach-PV, Freiflächen-Photovoltaik und Stromspeicherung im industriellen Maßstab füllen gleich mehrere große Hallen, ebenso gibt es dutzende Hersteller aus China, die ihre modernsten und effizientesten Solarmodule vorstellen und anpreisen. In den Gängen tummeln sich tausende Fachbesucher, die an den Ständen bei Kaffee oder Cola über neue Aufträge sprechen, innovative Halterungs- und Montagelösungen vorführen oder eindrucksvolle Roboter und Maschinen am Start haben, die man zur Reinigung von Solarmodulen oder zum Installieren gigantischer Solarparks braucht.

Zwischen chinesischen Kabelfabrikanten, deutschen Handwerksbetrieben, Smart-Grid-Spezialisten und zahllosen Anbietern von E-Auto-Ladeinfrastruktur hat PV Insider viele spannende Neuigkeiten für interessierte Privathaushalte entdeckt – vom neuen EcoFlow-Speicher über einen Jackery-Gartenpavillon bis hin zu Aiko-Solarmodulen, die Verschattungsverluste minimieren wollen. Los geht’s!

Neue Speicher für Balkonkraftwerke

In diesem Jahr haben unter anderem Zendure, Anker und Jackery bereits neue, noch leistungsfähigere Energiespeicher für Balkonkraftwerke vorgestellt – vielfach sind diese mittlerweile so stark und groß, dass sie eine spannende Zwischenlösung zwischen den Kleinst-Akkus mit 1-2 kWh Kapazität und klassischen Heimspeichern darstellen.

Auf der Messe hat PV Insider nicht nur viele neue Speicher entdeckt und unter die Lupe genommen, sondern auch mit den Herstellern sprechen können – und erfahren, was die Firmen in puncto smarte Vernetzung, App-Entwicklung oder neue Modelle in den nächsten Monaten so vorhaben. Beeindruckend ist zum Beispiel der bald erscheinende EcoFlow Stream 5000 – der mit 5 kWh Kapazität, bis zu 5.000 Watt Solareingang bei nur einem Gerät und einer maximalen Erweiterbarkeit auf bis zu 90 kWh selbst die größte private Solaranlage verkraften kann.

Neben EcoFlow haben auch andere Speicher-Platzhirsche für Balkonkraftwerke ihre aktuellsten Kraftpakete auf der Intersolar auf den Messeständen ausgestellt – Zendure z. B. den SolarFlow 2400 Pro und die neue SolarFlow-Mix-Serie, Anker die im Mai enthüllte Solarbank 4 Pro oder Jackery den seit April erhältlichen SolarVault 3 Pro. Natürlich waren mit Growatt (Veta 2000 & Aura 5000), Marstek (Venus E Max, Venus E Mini, Venus E Pro) oder Hoymiles (HiBattery 4020 X, HiBattery AC) auch andere namhafte Speicherhersteller mit ihren aktuellen und kommenden Produktreihen vertreten.

Noch mehr neue Solarspeicher

Doch die Intersolar 2026 wäre nicht die größte europäische Branchenschau, wenn dort nur die bekanntesten fünf oder zehn Firmen ihre Balkonsolarspeicher-Trends vorstellen würden. PV Insider hat sich die Mühe gemacht, viele weitere interessante Speicher ausfindig zu machen. Denn wer hier ausstellt, der hat auch wirklich vor, sein neuestes Modell auf dem deutschen Markt an den Endkunden zu bringen – sei es im eigenen Shop (wie die bekannte Power-Station-Marke Fossibot) oder über einen Solar-Onlinehändler wie Tepto.

LumenHaus zum Beispiel stellte nicht nur sein komplettes Energie-Ökosystem fürs Eigenheim vor und lud Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, zur Podiumsdiskussion ein – neben den SunSaver-Speichern stand auch deren Balkonsolar-System SunMini auf dem Messestand im Fokus.

SunEnergyXT (ehemals Sunlit) hatte die Serie 500 sowie das Model BK215 am Start, Indevolt präsentierte gleich mehrere Kleinspeicher für Balkonkraftwerke, darunter das SolidFlex 1200 und das SolidFlex 3000. Die bereits erwähnten Speicher-Profis von Fossibot zeigten den Speicher FBP1200 auf ihrem Stand, Konkurrent Bluetti hielt mit mehreren Balkonsolarspeichern wie dem Balco 500 und dem Balco 260 dagegen.

GreenSolar war mit dem Nova 2,68 kWh vertreten, Sigenergy zeigt den stapelbaren Plug & Play-Speicher SigenMate und SunShare war natürlich mit seinen Glory-Speichermodellen am Start. Den Fox ESS Avocado fand PV Insider etwas versteckt am großen Stand des renommierten Speichergiganten, auch beim Wechselrichter-Profi Deye musste man eine Weile suchen, um die Sun-BK-Balkonsolarspeicher zu entdecken.

Weitere neue Speicher für Balkonkraftwerke gab es bei GoodWe (Athena S3 Serie), bei Alpha ESS (Vita Power) sowie bei ZinVolt (Core & Link Home Battery). Auch am Stand von Oukitel (EP2500), iGarden (Micro Solar Storage System Plug 5120) oder Samduo (Nex 2800) entdeckten wir weitere kleine Heimspeicher, die in puncto Kapazität auf die Bedürfnisse von Balkonkraftwerken zugeschnitten sind. Viele davon teilen sich drei Gemeinsamkeiten: Erweiterbarkeit durch stapelbare Blöcke, LiFePO4 als Akku-Technologie und Smart-Meter-Schnittstellen. Der Trend geht dabei klar weg von kleinen Kapazitäten unter 2 kWh, jedoch springen bei weitem noch nicht alle Hersteller auf die Marschroute von Anker & Co. auf, gleich mit einer 5 kWh großen Basis-Einheit zu starten.

Intersolar 2026: Eine große Schau

Die Intersolar 2026 hat auch in diesem Jahr ihre Rolle als zentraler europäischer Branchentreffpunkt für die Energie- und Solarwirtschaft bestätigt. Mit über 2.500 Ausstellern (aus 52 Ländern) und rund 105.000 Fachbesuchern (aus 163 Ländern) war das Messegelände ausgesprochen gut besucht – und das bei zeitweise über 35 Grad bei strahlendem Sonnenschein in München. Die 19 Hallen der Messe im Münchner Osten waren vollständig gefüllt, insgesamt belegte die Ausstellung gut 200.000 Quadratmeter Fläche.

Inhaltlich zeigte sich, dass die Branche immer mehr über einzelne Solarkomponenten hinausdenkt. Photovoltaik-Technik – vom Modul über die Halterung bis zum Speicher – blieb zwar der zentrale Fokus der Messe, doch auch Ladeinfrastruktur für E-Mobility, digitale Steuerung oder intelligente Netze rückten stärker in den Vordergrund. Unter dem Leitmotiv „Renewables 24/7“ ging es vielerorts um die Frage, wie erneuerbare Energien zuverlässiger, flexibler und besser in ein Gesamtsystem eingebunden werden können.

Spannende Entdeckungen in allen Hallen

Gerade wer sich aus beruflichen Gründen vor allem mit Standard-Modulen rund um die 500 Wp befasst, der konnte in den Hallen der großen PV-Modulhersteller viele Entdeckungen machen: Bei Longi, Jolywood, Yingli, Huasun, Tongwei, Sunpro & Co. wurden nicht nur die neuesten Backcontact-Modultypen gezeigt, sondern auch viele XXL-Panels jenseits der 750 Watt. Aiko ließ es sich nicht nehmen, auf die Verschattungsvorteile und niedrigeren Hotspot-Temperaturen seiner ABC-Module (im Vergleich zu herkömmlichen TOPCon-Modulen) hinzuweisen.

Spannend fand PV Insider nicht nur neueste Reinigungsdrohnen für Agri-PV-Anlagen oder Floating-Plattformen für PV-Stromerzeugung auf dem Wasser, sondern auch kleine Gadget-Momente abseits „seriöser“ PV-Technologie: Mobile Stromspeicher auf Rollen, die genug Power haben, um eine komplette Gartenparty zu elektrifizieren, Sonnenschirme aus Solarmodulen oder etwa Jackerys edlen Gartenpavillon Solar Gazebo, der laut Hersteller, tatsächlich auch auf dem deutschen Markt landen soll.

Wer sich, wie wir bei PV Insider, vor allem mit Balkonkraftwerken und Dach-PV befasst, staunt natürlich auch beim Anblick riesiger Reinigungsroboter für Freiflächen-Kraftwerke, bei Wohnwagen-großen Speichergiganten oder Wechselrichtern für PV-Strom im industriellen Maßstab. Auch die neuesten Entwicklungen für farbenfrohe PV-Module und Solar-Dachziegel – beides relevant beim Thema Denkmalschutz – oder mobile, meterhohe Kamera-Türme zur Überwachung und Diebstahlvermeidung in Solarparks hatten ihren Platz auf der Intersolar 2026.