In Deutschland wächst der Speichermarkt schneller als der PV-Zubau. Neue Zahlen von der Bundesnetzagentur zeigen ein gemischtes Bild für den Jahresauftakt 2026 – das meint auch der Bundesverband Solarwirtschaft.
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Der deutsche Solarmarkt gibt zum Jahresauftakt 2026 ein gespaltenes Bild ab: Während Batteriespeicher so stark wachsen wie nie zuvor, ist der Photovoltaik-Zubau in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das geht aus zwei Auswertungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW Solar) hervor, die wiederum auf aktuellen Daten der Bundesnetzagentur beruhen.
Speicher werden zum Wachstumstreiber
Im ersten Quartal 2026 wurden stationäre Batteriespeicher mit mehr als zwei Gigawattstunden Kapazität neu in Betrieb genommen. Das entspricht einem Plus von rund 67 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei neuen Photovoltaik-Anlagen summiert sich die im Marktstammdatenregister erfasste Bruttoleistung im selben Zeitraum auf rund 3,5 Gigawattpeak – das sind etwa sechs Prozent weniger als im ersten Quartal 2025.
Der gesamte Batteriespeicherbestand in Deutschland ist laut BSW Solar inzwischen auf rund 28 Gigawattstunden angewachsen; diese Kapazität verteilt sich auf etwa 2,5 Millionen Anlagen. Rechnerisch reiche dies aus, um den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von rund drei Millionen Haushalten zu speichern.
„Speicher können den Bedarf an Reserve-Gaskraftwerken reduzieren“
BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig verbindet den Speicherboom mit der Debatte um Versorgungssicherheit: „Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwerken deutlich reduzieren“, erklärte er. Laut BSW Solar entspricht der aktuelle Bestand stationärer Batteriespeicher der Tagesstromproduktion von über zwei der geplanten Reserve-Gaskraftwerke.
Mit Blick auf geplante Kraftwerksauktionen mahnte Körnig, Speicher dürften „nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden“. Stattdessen sollten sie gezielt gestärkt werden.

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Der Verband argumentiert, Speicher könnten schneller errichtet werden als neue Gaskraftwerke, verursachten keine direkten CO2-Emissionen und könnten Systemkosten senken. Als notwendige Schritte nennt der BSW Solar unter anderem einfachere Regeln für Speicher an Solarparks und anderen Erzeugungsanlagen, schnellere Netzanschlüsse sowie Netzentgeltregelungen, die den Betrieb von Batteriespeichern nicht zusätzlich verteuern.
Photovoltaik-Dächer schwächeln zum Jahresauftakt
Deutlich weniger positiv fällt die BSW-Auswertung beim Photovoltaik-Zubau aus. Zwar wurden im ersten Quartal neue Anlagen mit gut 3,5 Gigawattpeak Leistung in Betrieb genommen – gegenüber dem Vorjahreswert ist das jedoch ein Minus von sechs Prozent. Grundlage ist eine Auswertung von rund 143.000 PV-Einheiten im Marktstammdatenregister mit Inbetriebnahmedatum im ersten Quartal 2026.
Der Rückgang konzentriert sich vor allem auf Dachanlagen. Also genau das Segment, das durch die geplanten Förder-Einschnitte von Wirtschaftsministerin Reiche künftig noch mehr Gegenwind erfahren dürfte. Im Marktbereich der Anlagen unter 30 Kilowattpeak sank der Zubau um 21 Prozent auf rund 0,85 Gigawattpeak. Noch stärker fiel das Minus bei größeren Gebäudeanlagen über 30 Kilowattpeak aus: Das Gewerbedachsegment kam auf rund 0,60 Gigawattpeak und lag damit sogar 33 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Freiflächenanlagen liegen dagegen weiterhin im Trend – sie entwickelten sich gegenläufig und stiegen um 20 Prozent auf rund 1,97 Gigawattpeak. Steckerfertige Solargeräte kamen auf etwa 0,09 Gigawattpeak, sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Der BSW Solar warnt vor diesem Hintergrund vor weiteren Einschnitten bei der Förderung, insbesondere bei Dachanlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen. „Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den in der Bevölkerung beliebtesten Energiepreisdämpfer“ sagt Körnig.
März-Zahlen der Bundesnetzagentur
Auch die jüngsten Monatszahlen der Bundesnetzagentur – diese liegen für den März vor – zeigen, dass der Photovoltaik-Ausbau im dritten Monat des Jahres zwar angezogen hat, aber unter dem Zielpfad blieb. Die Behörde weist für März 2026 einen Nettozubau von 1.411 Megawatt aus – der monatliche Ausbaupfad zur Zielerreichung liegt für März aber bei 1.649 Megawatt.





