Studie belegt: Förderung für Balkonkraftwerke zeigt Wirkung

Im Rahmen einer Masterarbeit wurden in Kassel die Auswirkungen eines städtischen Förderprogramms für Balkonkraftwerke untersucht – „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ seien die gestiegenen Installationszahlen darauf zurückzuführen.

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Zuschuss für Balkonkraftwerke in Kassel: Was hat es gebracht?

Im großen Förder-Ratgeber von PV Insider listen wir über 70 deutsche Städte und Gemeinden, in denen es ein regionales Förderprogramm für Balkonkraftwerke gibt – die hessische Großstadt Kassel ist eine davon. Seit Herbst 2024 können Kassels Bürgerinnen und Bürger einen Zuschuss für den Kauf eines Balkonkraftwerks bekommen – und zwar pauschal 150 Euro pro Haushalt.

Wie die Universität Kassel in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat Ronja Gehrke für ihre Masterarbeit im Studiengang Nachhaltiges Wirtschaften untersucht, „wie sich das Förderprogramm auf die städtischen Installationszahlen auswirkt“. Dazu habe Gehrke zahlreiche Daten aus dem Marktstammdatenregister ausgewertet, in dem alle Betreiberinnen und Betreiber eines Balkonkraftwerks ihre Anlage registrieren müssen.

Oktober 2024 bis Juni 2025: Signifikanter Anstieg

Als Fazit ihrer Untersuchungen hält Gehrke fest: „Für den Untersuchungszeitraum von Oktober 2024 bis Juni 2025 ließ sich ein deutlicher Anstieg in den Installationszahlen nachweisen. Mithilfe statistischer Verfahren können wir zeigen, dass dieser Effekt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Förderprogramm zurückzuführen ist.“

Um den Effekt der Kasseler Balkonkraftwerkförderung zu bestimmen, wurde der Verlauf der Installationszahlen mit denen in anderen deutschen Großstädten verglichen, wo es keine solche Förderung gab. Die Uni Kassel räumt zwar ein: „Da nicht alle Bürgerinnen und Bürger ihr Balkonkraftwerk wie vorgeschrieben registrierten, sind die Daten im Marktstammdatenregister zwar ungenau und lassen keine exakten Aussagen über die genaue Effektgröße zu.“ Dass ein Effekt besteht, ist sich Gehrke aber sicher: „Mit verschiedenen Annahmen können wir sicher sagen, dass das Förderprogramm die Anzahl der neu installierten Balkonkraftwerke auf das 1,5- bis 3-fache erhöht hat“.

Prof. Dr. Guido Bünstorf, Fachgebietsleiter für Wirtschaftspolitik, Innovation und Entrepreneurship an der Uni Kassel, lobt die Forschung der Masterstudentin ausdrücklich: „Die Arbeit ist von hervorragender Qualität und weist den Effekt der Förderung überzeugend nach.“

Uni Kassel Ronja Gehrke Balkonkraftwerke Masterarbeit
Ronja Gehrke hat für ihre Masterarbeit im Studiengang Nachhaltiges Wirtschaften an der Universität Kassel die Auswirkungen der Solarförderung in Kassel untersucht – und sich dabei intensiv mit den Anmeldungszahlen im Marktstammdatenregister auseinandergesetzt. (Bild: Universität Kassel / Ronja Gehrke)

Förderung von Balkonkraftwerken: Sinnvolles Instrument mit Tücken

Weil keine bundesweite und nur wenig überregionale Förderprogramme für Steckersolargeräte existieren, gestaltet sich die Suche nach einem Förderzuschuss für Balkonkraftwerke mitunter schwierig. PV Insider empfiehlt die XXL-Förderübersicht oder dass sich Interessierte auf der Website der eigenen Kommune informieren, ob vor Ort eine solche Förderung existiert.

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Knifflig ist hier oft nicht nur das reine Finden, sondern auch, ob die Maßnahme noch läuft – mitunter sind die Fördertöpfe in der zweiten Jahreshälfte leer oder nur noch für Mieter zugänglich. Zudem sollte man sich im Vorfeld informieren, ob beim jeweiligen Förderprogramm zuerst gekauft und installiert werden darf oder man die Förderzusage vor der Anschaffung des Balkonkraftwerks braucht.

In jedem Fall macht die Studie der Kasseler Studentin Ronja Gehrke Hoffnung, dass andere Kommunen erkennen, wie hier mit verhältnismäßig geringem Mitteleinsatz viel für den Klimaschutz und ein bürgerliches Mitwirken an der Energiewenden erreicht werden kann.