Im Osten geht die Sonne auf: 150 Wohnungen in Jena bekommen ein Balkonkraftwerk

Zwei Gebäude mit 150 Wohnungen werden mit Balkonsolar-Anlagen ausgestattet. (Bild: jenawohnen / Gunnar Poschmann)
16 Januar 2026

Zwei Gebäude mit 150 Wohnungen werden mit Balkonsolar-Anlagen ausgestattet. (Bild: jenawohnen / Gunnar Poschmann)
16 Januar 2026
Das kommunale Wohnungsunternehmen Jenawohnen stattet im Zuge einer Sanierung satte 150 Wohnungen mit Balkonkraftwerken aus. Die 300 Module mit 120 kWp Gesamtleistung sollen einen Beitrag zu den Klimazielen der Stadt leisten und die Mieter finanziell entlasten.
Wie die Stadtwerke Jena am 15. Januar 2026 in ihrer Pressemitteilung bekannt gab, rüstet Jenawohnen – die laut eigener Aussage größte Wohnungsgesellschaft Thüringens – im Zuge „der laufenden Komplexsanierung am Salvador-Allende-Platz“ insgesamt 150 Mietwohnung mit einem Steckersolargerät aus.
Konkret bekommen die Gebäude 9/11 und 13/15 jeweils zwei Solarmodule pro Wohnung – verteilt auf 70 Anlagen im einen und 80 im anderen Gebäude. Die technischen Eckdaten der PV-Offensive: 800 Watt Modulleistung je Wohnung, verteilt auf je zwei 400-Wp-Panels, die dann insgesamt rund 557 m² Modulfläche ergeben. Der damit gewonnene Solarstrom wird laut Jenawohnen „ausschließlich in der jeweiligen Wohnung genutzt und direkt in die Wohnungsunterverteilung eingespeist. Eine Einspeisung in Allgemeinstromkreise erfolgt nicht.“
Pro Balkonanlage sind jährlich 500 bis 600 kWh Solarstrom drin – je nach Verbrauch sollen die Mieter damit bis zu 200 Euro im Jahr sparen können. Jenawohnen rechnet vor: Mit dieser Strommenge ließen sich rechnerisch rund 300 Stunden bügeln, über 500 Waschgänge stemmen oder ein Smartphone mehrere zehntausend Mal aufladen. Wir von PV Insider wissen natürlich, dass die tatsächliche Ersparnis angesichts einer realistischen Eigenverbrauchsquote geringer ausfallen wird – merken werden es die Mieter auf ihrer Stromrechnung aber dennoch.
„Mit diesem Projekt leisten wir einen messbaren Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Jena“, erklärt Tobias Wolfrum, Geschäftsführer von Jenawohnen. „Gleichzeitig profitieren unsere Mieterinnen und Mieter unmittelbar, weil ein Teil ihres Strombedarfs direkt vor Ort erzeugt wird.“
Die beiden Häuser am Salvador-Allende-Platz bieten nach Aussagen von Jenawohnen ideale Voraussetzungen: eine gute Ausrichtung zur Sonne und die ohnehin laufende Sanierung, welche die Integration überhaupt erst möglich macht, bei der „besonders hohe technische Anforderungen berücksichtigt werden mussten“. Andere Standorte sollen Jenawohnen zufolge einzeln geprüft werden, eine flächendeckende Ausstattung des gesamten Immobilienbestands sei aber nicht geplant.
Der Pressemitteilung zufolge setzt das Projekt im thüringischen Vergleich neue Maßstäbe: Ähnliche Vorhaben in Erfurt, Gera oder Mühlhausen bewegten sich in deutlich kleineren Dimensionen. Die tatsächlichen Effekte auf den Stromverbrauch und die Einsparungen werden dabei wissenschaftlich im Rahmen des Projekts JenErgieReal begleitet, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.