Die Preise für Solarmodule fallen seit Jahren – doch wie viel kosten PV-Panels derzeit pro Watt und Quadratmeter? Und sollte man noch mit dem Kauf warten, da sie vielleicht noch günstiger werden? Diese Fragen klären wir jetzt.
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Solarmodule Preise: Die wichtigsten Infos
- Solarmodule waren noch nie so günstig wie jetzt.
- Aktuell zahlt man in Deutschland keine Mehrwertsteuer auf Solarmodule.
- Bifaziale Solarmodule kosten ähnlich viel wie monofaziale, liefern aber mehr Strom auf gleicher Fläche.
- Bifaziale Solarmodule bekommt man bereits ab 50 Euro bei, vor allem bei Fachhändlern wie Actec oder Tepto.
- Der Durchschnittspreis pro Wattpeak liegt aktuell bei 0,115 Euro – also bei knapp 12 Cent.
- Der Preis pro Quadratmeter für Standard-Module liegt bei rund 24 Euro.
Solarmodule: Preise und Kosten pro Quadratmeter
Solarmodule gibt es in verschiedenen Varianten, Leistungen und mit unterschiedlichen Technologien. Oft werden sie in die Kategorien Mainstream (Wirkungsgrad bis 22,5 Prozent), Hocheffizient (Wirkungsgrad über 22,5 Prozent) und B-Ware geteilt, gelegentlich auch noch in Full Black (komplett schwarzes Design). Eine der verlässlichsten Datenquellen für die Preise ist der Großhändler pvXchange, der in seinem monatlichen Preisindex die aktuellen Durchschnittspreise veröffentlicht.
Wichtig zu wissen: Die Preise sagen fast nichts darüber aus, wie teuer eine Solaranlage zum Schluss ist – weil noch andere Komponenten wie Wechselrichter und Speicher sowie die Montagekosten dazu kommen. Zur Orientierung kann man aber sagen, dass eine Solaranlage etwa das 9- bis 15-fache der Solarmodule selbst kostet. Für eine 10-kW-Anlage würde man dann zwischen 10.000 Euro und 17.000 Euro zahlen (10.000 Wp Leistung mal 0,115 Euro/Wattpeak mal Faktor 9 bis15).
Modulklasse | Preis pro Wp (Euro) | Preis für 450 Wp Modul (Euro) | Preis pro Quadratmeter (Euro) |
|---|---|---|---|
Hocheffizient | 0,115 | 52 | 26 |
Full Black | 0,130 | 59 | 29,5 |
Mainstream | 0,105 | 47 | 23,5 |
B-Ware & Restposten | 0,055 | 25 | 12,5 |
Die Preisentwicklung von Solarmodulen
Es war noch nie so günstig, sich eine PV-Anlage anzuschaffen. Denn in den vergangenen Jahren sanken die Preise für Solarmodule immer weiter, was an den immer größer werdenden Produktionskapazitäten in China zurückzuführen ist. Das Land unterstützt und subventioniert die heimische Solarindustrie unter anderem mit günstigen Darlehen, Zuschüssen und Steuererleichterungen. Dadurch sanken die Preise für Solarmodule nicht nur in China, die Unternehmen exportieren ihre günstigen Module auch ins Ausland, wie Deutschland und die EU.
Der Preisverfall hielt bis 2021 an. Danach stiegen die Preise leicht, was durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich getrieben wurde. Denn durch die darauffolgende Energiekrise kam es zu einer vergrößerten Nachfrage nach Solaranlagen.
Seit 2023 fallen die Preise wieder und pendeln sich aktuell bei einem niedrigen Niveau von etwa 0,11 Euro pro Wattpeak ein. Das lag auch daran, dass die damalige Bundesregierung zum 1. Januar 2023 die Mehrwertsteuer für Solarprodukte sowie deren Lieferung und Montage abschaffte.

Swansons Gesetz: Werden Solarmodule in Zukunft noch billiger?
Die Preise für Solarmodule haben sich in den letzten Jahren rasant nach unten entwickelt. Aber wenn der Trend weiter geht, sollte man nicht vielleicht noch warten, bis man sich eine Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk kauft?
Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf Swansons Gesetz. Das Gesetz ist nach Richard Swanson benannt – Gründer des PV-Herstellers SunPower. Laut seiner Erfahrungskurvenanalyse kam er zu dem Schluss, dass die Preise für PV-Module um 20 Prozent sinken, sobald sich die weltweite Produktionskapazität verdoppelt. Betrachtet man das Diagramm unten von Our World in Data, belegt das seine Theorie.
Da die PV-Produktion aktuell weiter ausgebaut wird, werden Solarmodule auch in Zukunft noch günstiger werden. Allerdings nicht so schnell, wie einige vielleicht hoffen. Im Moment existieren weltweit Produktionskapazitäten von 1,12 Gigawatt. Damit der Preis wieder um 20 Prozent sinkt (ein Solarmodul würde dann 40 Euro statt 50 Euro kosten), müsste die Kapazität auf 2,2 Gigawatt ansteigen. Laut der International Energy Agency (IEA) wird das aber noch eine sehr lange Zeit dauern: Denn in einer Prognose für das Jahr 2035 erwartet sie erst einmal einen Anstieg auf 1,55 Gigawatt. Damit wären dann Solarmodule 7 bis 8 Prozent günstiger als heute, ein Solarmodul würde dann also 46 Euro statt 50 Euro kosten.
Es ergibt also keinen Sinn, darauf zu warten, dass die Preise weiter sinken. Schließlich würde man in 10 Jahren das Solarmodul gerade mal vier Euro billiger bekommen als heute. Das liegt daran, dass Solarmodule bereits wenig kosten und es – auch wenn der Preis weiter sinkt – eine komplette Solarnlage nicht mehr drastisch verbilligt. Auch zusätzlich gesparte 8 bis 16 Euro bei einem Balkonkraftwerk klingen vernachlässigbar. Wer jetzt stattdessen eine Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk hat, der spart sofort Stromkosten und erzielt unterm Strich weit mehr Gewinn, als wenn er noch Jahre warten würde.

Preise für Balkonkraftwerke
Mit den Preisen für Solarmodule sanken auch die Preise für Balkonkraftwerke – schließlich bestehen die Steckeranlagen im Wesentlichen aus PV-Modulen und Wechselrichtern. PV Insider hat bereits einen kompletten Ratgeber zu den Kosten von Balkonkraftwerken am Start, mit und ohne Speicher.
Während 2023 ein Modell mit zwei Modulen und einer Leistung von 800 Wattpeak noch 600 bis 700 Euro kostete, bekommt man heute ein deutlich moderneres Exemplar für 300 bis 400 Euro. Die aktuellen Modelle haben unter anderem bifaziale Module, höhere Leistungen (900 Wp bis 2000 Wp) und 800-Watt-Wechselrichter; damals lag die Höchstgrenze bei 600 Watt. Für eine Halterung muss man zusätzlich etwa 50 Euro pro Modul einplanen.
Auch bei den Speichern für Balkonkraftwerke hat sich extrem viel getan: 2022 gab es kaum Modelle und die wenigen waren nicht wirtschaftlich – sie haben mehr gekostet, als sie an Stromkosten eingespart haben. Mit der Anker Solarbank E1600 wurde 2023 die Wende eingeleitet (mittlerweile wird die dritte Generation verkauft) und seitdem gibt es immer mehr massentaugliche und günstigere Akkus. Aktuell steht der Preis pro Kilowattstunde bei circa 400 Euro, wobei eine typische Kapazität zwischen zwei und vier Kilowattstunden liegt.
Fazit: Jetzt kaufen oder warten?
Photovoltaik ist ein Massenphänomen geworden, denn die meisten Bundesbürger können sich – den dafür nötigen Platz vorausgesetzt – ein Balkonkraftwerk leisten. Das liegt vor allem am massiven Preisverfall von Solarmodulen.
Mittlerweile bekommt man ein zwei Quadratmeter großes Panel schon ab 50 Euro und das zu einer Top-Qualität. Die modernen Modelle sind bifazial (mehr Leistung, besserer Schutz vor Wetter), leistungsstark (450 Wp+) und langlebig (30 Jahre und mehr).
Große Preissprünge kann man in Zukunft aber nicht mehr erwarten, denn selbst bei einer deutlichen Erhöhung der Produktionskapazitäten, würde der Endkundenpreis nur minimal sinken. Wer also mit einem PV-Anlage – egal ob fürs Dach oder dem Balkon liebäugelt – für den gibt es zumindest aus der Preisperspektive keinen Grund zu warten. Zumal sich Balkonkraftwerke und Co. von alleine refinanzieren, da man mit ihnen Stromkosten einspart.



