Hersteller Marstek bringt einen neuen Plug-in-Speicher für Balkonkraftwerke und kleine PV-Anlagen auf den Markt. Das AC-gekoppelte System bietet 2 kWh Speicher, soll sich in wenigen Minuten installieren lassen und ist äußerst kompakt.
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Neuer AC-gekoppelter Speicher von Marstek
Der Hersteller Marstek – in unserer großen Speicher-Übersicht bereits mit mehreren Geräten vertreten – hat mit dem Modell Venus B einen neuen kompakten Heimspeicher für Balkonkraftwerke und kleine PV-Dachanlagen vorgestellt. Das System ist, ähnlich wie manche Ausführungen vom EcoFlow Stream oder dem neuen Jackery SolarVault 3, AC-gekoppelt und richtet sich damit an Betreiber von (Mini-) PV-Anlagen, die bereits einen Wechselrichter haben und den Strom so ins Hausnetz einspeisen.
Überschüssiger Solarstrom kommt also nicht per MC4-Kabel direkt vom Solarmodul zum Speicher, sondern wird an einer Steckdose gezapft und in den Speicher geladen. Der Venus B hat eine Speicherkapazität von 2 kWh, im Notstrom-Modus liefert der Akku bis 1,5 kW Leistung, kurzzeitig sollen laut Hersteller sogar bis zu 1,8 kW drin sein.

Formfaktor & Akku-Technologie beim Marstek Venus B
Besonders am Marstek Venus B ist augenscheinlich die kompakte Bauform: Die Gehäusetiefe misst nur 8,6 Zentimeter, die restlichen Abmessungen betragen 40 mal 46 Zentimeter. Mit einem Gewicht von rund 20 Kilogramm ist der Venus B kein Fliegengewicht, aber trotzdem leichter als die meisten Konkurrenzprodukte. Marstek zielt damit bewusst auf eine Wandmontage ab.
Das Gerät kann laut Hersteller drinnen wie draußen installiert werden und ist nach IP65-Standard gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Der zulässige Betriebstemperaturbereich liegt zwischen minus 20 und plus 60 Grad – soll heißen: Der Venus B kann ganzjährig im Außenbereich betrieben werden, weil ein Heizelement verbaut ist, das bei Bedarf anspringt.
Akkutechnisch setzt Marstek wenig überraschend auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LiFePO4) – und verspricht natürlich 6.000 Ladezyklen sowie eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren.

Perfekt, um bestehende Balkonkraftwerke und PV-Anlage nachzurüsten?
Da der Venus B AC-seitig angeschlossen, also einfach mit einer Steckdose verbunden wird, ist die Verkabelung maximal simpel. Zudem verspricht der Hersteller Kompatibilität mit allen Wechselrichtern beziehungsweise bestehenden PV-Systemen – das klingt hervorragend, ist aber bei der AC-Variante der Anker Solarbank 2, beim Hoymiles AC 1920 oder beim EcoFlow Stream AC genauso der Fall.
Entscheidend bleibt die Einbindung in ein smartes System – weil der Venus B, wie andere Speicher auch, natürlich nicht automatisch an der Steckdose erkennen kann, ob gerade mehr PV-Strom erzeugt als verbraucht wird. Hier setzt Marstek eigenen Angaben zufolge auf ein KI-gestütztes Energiemanagement und natürlich die hauseigene App. Grundlage für die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom via Steckdose ist eine Smart-Meter-Kompatibilität – hier setzt Marstek nicht nur auf das eigene Smart Meter, sondern kann auch mit Shelly.

Wie sieht es beim Marstek Venus B mit der Erweiterbarkeit aus?
Das System soll Verbrauchsmuster analysieren, Wetterdaten einbeziehen und Lade- beziehungsweise Entladevorgänge an variable Stromtarife anpassen. Auch die Erweiterbarkeit gehört zum Konzept: Eine einzelne Einheit bietet 2 kWh Kapazität, das System kann laut Marstek mit der hauseigenen Smart Box auf bis zu 6 kWh im Parallelbetrieb ausgebaut werden. In Kombination mit der Smart Box seien dann bis zu 4,5 kW Ausgangsleistung möglich.
Für den Blackout-Fall verspricht Marstek eine Umschaltzeit von unter 15 Millisekunden auf den Backup-Betrieb – dadurch soll die Versorgung nahezu unterbrechungsfrei gewährleistet werden. Aktuell nennt Marstek leider weder einen Preis noch einen konkreten Erscheinungstermin – PV Insider geht aber davon aus, dass der Speicher im April oder spätestens Mai auf den Markt kommt. Preislich scheint eine UVP von 600 bis 800 Euro realistisch.




