Es gibt 7,2 Millionen Jobs in der PV-Branche, damit stellt sie beinahe 50 Prozent aller Arbeitsplätze im Feld der erneuerbaren Energien. Diese und viele weitere spannende PV-Zahlen und -Fakten liefert der neue globale IRENA-Report. PV Insider berichtet.
Inhaltsverzeichnis öffnen
Zum Start des neuen Jahres hat die International Renewable Energy Agency (IRENA) ihren jährlichen Branchen- und Arbeitsplatz-Report herausgegeben. Der „Renewable Energy and Jobs Annual Review 2025“ ist bereits die zwölfte Ausgabe dieser Berichte-Reihe, seit fünf Jahren wird der Report in Zusammenarbeit mit der International Labour Organization (ILO) erstellt. Spannend für PV Insider und dich als Leser ist hier der globale Ansatz: Während in einem PV-Kernland wie Deutschland traditionell viele nationale Branchenkennziffern erfasst werden, liegt hier der Fokus darauf, wie viele Menschen weltweit im Sektor der erneuerbaren Energien beschäftigt sind.
Der Report will, IRENA-Aussagen zufolge, die Beschäftigen ins Zentrum rücken, die den Übergang zu sauberer Energie überhaupt möglich machen. Und nicht nur aufzeigen, in welchen Feldern und Ländern Jobs entstehen, sondern auch welche Qualität diese haben und wer Zugang zu ihnen erhält.
Die globale PV-Branche im Blick
IRENA sieht sich dabei als weltweit führende Plattform für die Zusammenarbeit im Bereich erneuerbare Energien. 2011 gegründet vereint sie heute 187 Mitgliedsstaaten und will eine zentrale Wissens- und Kompetenzstelle für die globale Energiewende sein. Die Organisation fördert nachhaltige Nutzung verschiedenster Formen erneuerbarer Energien – von Solar und Wind über Wasserkraft und Bioenergie bis hin zu Geothermie und Meeresenergie.
Wichtig zu wissen: Der Report unterscheidet an vielen Stellen zwischen direkten Jobs (in Kerndisziplinen wie Produktion, Installation und Betrieb) sowie indirekten Jobs (in Zulieferindustrien wie Stahl, Elektronik oder Finanzen). Als Datenquellen gibt IRENA ein breites Spektrum an, von Regierungsbehörden und Industrieverbänden über NGOs bis hin zu wissenschaftlichen Studien.
Eine Quintessenz der neuesten Ausgabe ist die Verlangsamung des Jobwachstums im Bereich erneuerbarer Energien – und das trotz Rekordinstallationen. Laut Irena zeigt sich hier erstmals deutlich, dass Automatisierungen, Skaleneffekte und auch der KI-Einsatz das Potenzial haben, den Zusammenhang zwischen Kapazitätszuwachs und Jobwachstum zu entkoppeln.
Spannende Zahlen aus dem IRENA-Report
Wer Zeit mitbringt (und gerne englische Texte liest), der kann sich den kompletten, 90-seitigen IRENA-Report in Gänze durchlesen – hier findest du ihn als PDF zum Download. Wer nicht ganz so viel Zeit mitbringt, für den haben wir von PV Insider zehn besonders spannende Daten herausgearbeitet – natürlich mit der Photovoltaik-Branche im Fokus.
7,24 Millionen Jobs weltweit in der Solarbranche
Der PV-Sektor ist mit Abstand der größte Arbeitgeber im Bereich der erneuerbaren Energien. Hier gibt es mehr Jobs als in Biokraftstoffen, Wasserkraft und Windenergie zusammen. Insgesamt gibt IRENA an, dass weltweit 16,6 Millionen Menschen direkt oder indirekt in der Erneuerbare-Energien-Industrie beschäftigt sind.
China allein hat 4,2 Millionen Solar-Jobs
China dominiert bei der Produktion der Module, Kabel und Speicher, und führt deshalb auch in der Zahl der Beschäftigten. Von den 4,2 Millionen chinesischen PV-Jobs entfallen aber „nur“ 2 Millionen auf die Produktion und ganze 2,2 Millionen auf Installation und Betrieb – denn bekanntlich treibt die Volksrepublik den PV-Ausbau selbst massiv voran.
453 Gigawatt PV-Zubau: ein neuer Rekord
Die weltweiten PV-Installationen stiegen von 357 GW in 2023 auf 453 GW im Jahr 2024 – ein klarer neuer Rekord. Trotz dieses massiven Zuwachses wuchsen die Jobzahlen nur moderat – der Report wertet dies als Zeichen zunehmender Automatisierung. Obwohl im Januar 2026 erschienen trägt der neue Report die Jahreszahl 2025 im Namen – und zieht Bilanz über die Zahlen des Jahres 2024. Das mag zunächst verwirren, ist aber der enormen Flut an Daten und der Dauer der Bereitstellung geschuldet.
China exportiert 242 GW Modulleistung
Das ist mehr als das Siebenfache der Exporte der Volksrepublik im Jahr 2017 (33 GW). Brasilien, Pakistan und Saudi-Arabien sind die größten Abnehmer – wobei global gesehen viele Länder mehr importieren als sie offiziell installieren.
Globale Modul-Produktionskapazität: 1.554 GW
Die tatsächliche Produktion lag aber „nur“ bei 720 GW – dies bedeutet eine Auslastung von nur 46 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 48 Prozent. Diese massive Überkapazität führt zu Preiskämpfen und soll laut IRENA bereits zu 87.000 Entlassungen bei fünf großen chinesischen Herstellern (JA, Jinko, Longi, Tongwei, Trina) geführt haben.
Pakistan importiert 16,6 GW, installiert aber nur 0,5 GW
Diese riesige Diskrepanz zeigt, dass Off-Grid- und Dach-Installationen in vielen Ländern immer noch nicht konsequent erfasst werden. Experten schätzen, dass Pakistan tatsächlich 10 bis 15 GW installiert hat – vor allem vor dem Hintergrund häufiger Stromausfälle und stark gestiegener Strompreise.
Indien verdreifacht seine Modul-Produktionskapazität
Indien hat im Jahr 2024 stolze 68 GW PV-Leistung produziert. Trotz Schutzzöllen importiert Indien gleichzeitig aber weiterhin massiv Solarzellen aus China und Vietnam. 30 Prozent der indischen Modulproduktion gehen mittlerweile in den Export – hauptsächlich in die USA.
280.000 Solar-Jobs in den USA
Trotz Rekordinstallationen von 37,7 GW blieb die Jobzahl 2024 in den USA praktisch unverändert gegenüber 2023. Grund: Der Anteil arbeitsintensiver Wohndach-Installationen sank um 37 Prozent, während Projekte in Kraftwerksmaßstab (v.a. Freiflächen-PV) zunahmen. Ein Trend, der auch in Deutschland erkennbar ist.
765.000 PV-Jobs in der EU
Über eine Dreiviertelmillion Arbeitsplätze gibt es in der Europäischen Union. Deutschland führt mit 127.000 Jobs, gefolgt von Spanien (123.000) und Italien (101.000). Europas Modulproduktion ist mit 11,7 GW Kapazität aber verschwindend gering – 93 Prozent der installierten Module werden aus Nicht-EU-Ländern importiert.
Frauen belegen 28 Prozent der MINT-Jobs in der Solar-Branche
In administrativen Rollen liegt der Frauenanteil bei 45 Prozent, aber in technischen Bereichen (die den sogenannten MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – zuzuordnen sind) sowie Führungspositionen sind Frauen stark unterrepräsentiert. Nur 19 Prozent der Senior-Management-Positionen sind laut IRENA von Frauen besetzt, die Branche hat also ein erhebliches Gleichstellungsproblem.






