Das Ikea Balkonkraftwerk im Test: Ein EcoFlow im Elchspelz

Sölarström mit Wohlfühl-Garantie? PV Insider hat das Ikea-Balkonkraftwerk getestet – und vergibt zwar eine gute Note, so richtig nach Ikea fühlt sich diese kleine Solaranlage aber nicht an.

Wir haben das „Stream Komplettset S“ bestellt, samt 800-Watt-Wechselrichter und zwei Solarmodulen mit insgesamt 1040 Wattpeak Leistung. Wie hat es sich im Test geschlagen, wie einfach war der Aufbau, wie viel Ertrag produziert das Balkonkraftwerk von Ikea (das eigentlich von Svea Solar, nein von EcoFlow kommt)?

PV Insider

Testergebnis

2,1

Gut

Testfazit Ikea Balkonkraftwerk

Im Gegensatz zu vielen Ikea-Möbeln ist das Balkonkraftwerk weder ein Design-Schmuckstück noch ein Schnäppchen. Und warum es eigentlich gar nicht von Ikea selbst stammt, das erklären wir euch im Verlauf des Tests. Doch wie ist es um die Qualität bestellt? Hier hat uns das Svea-Solar- bzw. EcoFlow-Modell rundum überzeugt. Die Halterungen dürften ruhig einen steileren Winkel erlauben und einen Tick weniger Schraubarbeit erfordern, aber sie sind ausreichend stabil – auch sonst gab es keine Probleme bei der Installation. Den Webshop von Svea Solar finden wir alles andere als ideal, zumal die Infolage nach der Bestellung dürftig war. Dafür sind die 520-Watt-Modul leistungsstark sauber verarbeitet, der EcoFlow-Wechselrichter ist robust sowie wertig. Im Betrieb läuft er extrem stabil und die Installation per App ist kinderleicht.

  • Wechselrichter hochwertig und zuverlässig
  • App: schnell installiert und übersichtlich
  • Lieferzeit in Ordnung, gut verpackt
  • zu wenig Infos im Online-Shop
  • Anleitung wenig hilfreich
Svea Solar Stream Komplettset S
15% Rabatt für Ikea-Family-Mitglieder

Svea Solar Stream Komplettset S

  • zwei XL-Module mit 520 Wattpeak Leistung
  • sehr simple Installation
  • einfache Überwachung in der EdoFlow-App

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Jetzt neu bei Ikea: Balkonkraftwerke

Im Juli 2025 rüttelte eine spannende Neuigkeit die Balkonkraftwerk-Branche durch: Ikea macht jetzt auch Balkonkraftwerke! Das hatte Potenzial: Ein Einstieg des schwedischen Möbelgiganten – bekannt für sympathische Werbespots, elegante Designs, Duftkerzen und Hot Dogs – in die noch recht junge Balkonkraftwerk-Branche hätte Sprengkraft und wäre eine handfeste Bedrohung für die ganzen Kleinen Kraftwerke, Yumas & Co.

Doch schnell wurde klar, dass Ikea den Mini-PV-Anlagen zwar einen Platz im Webshop zur Verfügung stellt, sonst aber möglichst wenig damit zu tun haben möchte. Zwischen Billy und Kallax wirst du in den Ikea-Läden auch künftig keine Solarmodule finden. Und auch online wird auf der Infoseite interessierten Kunden recht schnell klargemacht: “Dein Vertragspartner ist Svea Solar Deutschland. Der Vertrag kommt ausschließlich mit Svea Solar zustande. Ikea tritt nur als Vermittler auf.“

Was Ikea aber betont: „15 Prozent Rabatt auf alle Energielösungen: Du bist Mitglied der IKEA Family? Dann erhältst du jetzt exklusiv 15 Prozent Rabatt auf alle Energielösungen unseres Kooperationpartners Svea Solar.“ Klingt erstmal klasse. Doch auch wenn sich der Kaufpreis eines Balkonkraftwerks bei PV Insider nicht auf die Benotung auswirkt, müssen wir auf die Euphoriebremse treten: Selbst mit 15 Prozent Rabatt wird aus den 700 Euro, die man für zwei 520-Watt-Module inklusive Wechselrichter und Flachdach-Halterungen bezahlt, kein Balkonkraftwerk-Schnapper mehr.

Der Kaufprozess bei Svea Solar

Wer auf der Ikea-Website auf das Balkonkraftwerk klickt, landet schnurstracks im Ikea-Bereich von Svea Solar. Dort gibt es mehrere Modelle zur Auswahl – wir haben uns aus Gründen der Vergleichbarkeit für eine Variante mit zwei Modulen, 800 Watt Wechselrichter und keinem zusätzlichen Speicher entschieden. Schnell wird aufgeklärten Kunden klar: Man kauft hier kein Set, das irgendwie von Svea Solar entwickelt oder zusammengestellt wurde – stattdessen stammen die Module, der Wechselrichter und auch die Halterungen ganz einfach von EcoFlow.

Wir erhalten die gleichen Komponenten wie bei unserem EcoFlow-Test – mit der Ausnahme, dass wir uns diesmal für die größeren und leistungsstärkeren 520-Wp-Module entscheiden. Wer sich eingehender mit der PV-Materie beschäftigt, der wird etwas enttäuscht: Weder gibt es im Online-Shop von Svea Solar die bei anderen Anbietern üblichen Datenblätter, noch eine Info zur Lieferzeit oder eine Auswahl-Option zwischen Schuko- und Wieland-Stecker. Nicht mal die Länge des Stromkabels kann man vorab einsehen geschweige denn bestimmen. Nach dem Auspacken sehen wir: Es ist anständige fünf Meter lang. Wer jedoch nicht die Möglichkeit hat, das Balkonkraftwerk einigermaßen nahe an einer Außensteckdose zu betreiben, der muss sich extra ein längeres bestellen.

Nach dem Klick auf den Kaufen-Button flatterte die E-Mail-Bestätigung von Svea Solar inklusive bald gültiger Tracking-Links sofort bei uns in Postfach, dann herrschte eine Woche Funkstille. Am siebten Werktag folgte ein Anruf der Spedition, wo uns ein Liefertermin ab dem zwölften Tag nach der Online-Bestellungen angeboten wurde. Den haben wir bestätigt und freuten uns derweil schon über den Stream-Wechselrichter, der in einem Extra-Paket von Hermes kurz vor der Ankunft der Module geliefert wurde.

Das Speditionszeitfenster von 8 bis 14 Uhr am Liefertag konnten wir durch einen Anruf am Nachmittag des Vortages deutlich eingrenzen: Die Module sollten an einem Donnerstag zwischen 7:30 und 9:00 Uhr morgens ankommen. Das hat geklappt: Sie wurden um 8:20, gut verpackt in solide Kartonage, vom Spediteur geliefert und auf unseren Wunsch hin bis zum Carport gebracht.

Ikea Balkonkraftwerk: Auspacken und Aufbauen

Eine ausführliche und hilfreiche Aufbauanleitung auf Papier – wie man sie von Solakon oder Kleines Kraftwerk kennt – sucht man vergebens. Stattdessen liegt nur ein schmales Schwarz-Weiß-Heft bei, inklusive QR-Code, der zu einem Video führt. Das Video hilft zumindest weiter: PV Insider brauchte pro Halterung rund 30 Minuten. Im Vergleich zum Flachdach-System von Kleines Kraftwerk erfordert die Montage hier aber mehr Schraubarbeit.

Unter die Aluschienen, auf denen später das EcoFlow-Balkonkraftwerk sitzt, klebt man selbstklebende Schaumstoffpads; die sorgen für besseren Halt auf dem Untergrund. Die Stützen unter dem Modul kann man ein bisschen verschieben, wodurch sich der Neigungswinkel geringfügig verändern lässt. Allerdings nur von extrem flach zu sehr flach. Alle Flachdach-Systeme von Yuma, Kleines Kraftwerk oder Solakon sorgen für eine steilere Aufständerung. Das Festziehen der Schrauben funktioniert an sich problemlos und macht am Ende einen stabilen Eindruck.

Der EcoFlow-Stream-Wechselrichter – dazu gleich mehr – wird mit einer mitgelieferten Verschraubung auf der Rückseite eines Solarmoduls befestigt. Das macht man natürlich bevor das Modul mit der Aufständerung verbunden wird. Praktisch: Er hält dort zuverlässig, selbst mit nur einer Schraube. Der EcoFlow-Wechselrichter hat zwar zwei Aufhängehaken, deren Abstand passt aber nicht zu den Standardbohrungen im Modulrahmen.

Stream-Wechselrichter: Hochwertig und komfortabel

Nach dem Schrauben kommt das Anstecken – und das ist denkbar einfach. Die MC4-Stecker der Module kommen in den EcoFlow-Wechselrichter, sie rasten sauber ein, ein Verwechseln ist ausgeschlossen. Der Stream-Wechselrichter selbst macht dabei einen genauso robusten und wetterfesten Eindruck wie etwa der Hoymiles HMS 800W-2T. Im Lieferumfang befinden sich sogar vier Solarkabel mit je zwei Metern Länge – nach der Verkabelung vom zweiten Modul sind sogar noch zwei davon übrig. Fehlt nur noch der Schuko-Netzstecker. Dessen Kabel misst fünf Meter, und ist trotz stattlicher Dicke angenehm flexibel.

Als Nächstes steht die WLAN-Einbindung des Wechselrichters und die Kopplung mit der App an. Und die funktioniert perfekt. Wie schon bei unserem Test des originalen EcoFlow-Balkonkraftwerks liegt keine ausführliche Anleitung bei – die braucht es aber auch nicht. Denn nach der Installation der EcoFlow-App auf dem Smartphone sind nur wenige Klicks nötig, dann wird der Wechselrichter automatisch erkannt. WLAN-Netz anwählen, Passwort eintippen, schon klappt es.

Guter Ertrag, zufriedenstellende Datenlage, stabiler Betrieb

Schon kurz nach der Inbetriebnahme wird die aktuelle Stromproduktion in der App angezeigt. Das EcoFlow-Programm liefert nicht übermäßig viele Statistiken, die Infos sind aber völlig ausreichend. Die deutschen Text in der App sind fehlerfrei – und auch der Stromertrag stellt PV Insider zufrieden. Was angesichts der genormten PV-Module und des hochwertigen Stream-Wechselrichters aber auch nicht anders zu erwarten war.

Allerdings müssen wir, der Vollständigkeit halber, noch rasch die Info-Politik seitens EcoFlow rügen: Auch zu seinem 520-Watt-Modul bietet der Hersteller kein Datenblatt inklusive CEC-Wirkungsgrad an. Auf Umwegen finden wir heraus: Das Modell „EFSOLAR520-W-R-D-MC-1-EU-2“ misst 201 x 113 cm, wiegt 24 kg und kommt auf einen Wirkungsgrad von 24 Prozent. Das ist ist ein sehr guter Wert und kann sich im aktuellen Marktumfeld sehenlassen. Zudem handelt es sich, anders als beim 450-Watt-Modul von EcoFlow, um ein bifaziales Solarpanel.

Sehr zufrieden wiederum waren wir nicht nur mit der extrem flotten Inbetriebnahme, sondern auch mit der Stabilität. Die App ist schnell, der Wechselrichter wird jederzeit als online angezeigt und der Betrieb hatte in unserer mehrwöchigen Testphase überhaupt keine Stotterer.