Nach einer Serie von Kabeldiebstählen in mittelfränkischen Solarparks hat die Nürnberger Kriminalpolizei sechs Tatverdächtige festgenommen. Die mutmaßliche Diebesbande soll dabei Schäden in sechsstelliger Höhe verursacht haben.
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Einbruchserie in bayerischen Solarparks
Seit November vergangenen Jahres häuften sich in Mittelfranken Einbrüche in Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die Täter hatten es dabei auf die kupferhaltigen Stringkabel abgesehen. Bei ihren Raubzügen gingen die Diebe professionell vor: „Die Täter verschafften sich gewaltsam Zugang zu umzäunten Solarparks (…), dabei entwendeten sie teilweise Kabel mit einer Gesamtlänge von bis zu 80 Kilometern, die sie anschließend mit geeigneten Transportfahrzeugen abtransportierten.“ Dies gab die Bayerische Polizei in einer Pressemitteilung bekannt.
Mindestens acht Solarparks traf es zwischen November 2025 und Januar 2026, darunter Anlagen in Neuendettelsau, Heilsbronn, Petersaurach, Röckingen und Mühlhausen. Der Gesamtschaden liegt nach Polizeiangaben im hohen sechsstelligen Bereich.
Auf frischer Tat ertappt
Die Ermittler des auf Bandenkriminalität spezialisierten Fachkommissariats kamen der Gruppe durch intensive Ermittlungsarbeit auf die Spur. Ende Januar schlug die Polizei dann zu: Bei einem erneuten Einbruch in einen Solarpark bei Lampertheim in Südhessen wurden die sechs Verdächtigen auf frischer Tat ertappt; in einem der Fluchtfahrzeuge fanden die Beamten frisch gestohlene Kabel im Wert eines niedrigen sechsstelligen Betrags.
Das Amtsgericht Lampertheim erließ gegen alle sechs Männer Untersuchungshaftbefehle wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls. Die Ermittlungen laufen derweil weiter: Die Kriminalpolizei prüft, ob die Männer auch für weitere Einbrüche in Solarparks in Mittelfranken sowie in anderen Teilen Deutschlands verantwortlich sind.
Bundesweiter Trend: Kupferpreis lockt Diebe an
Der mittelfränkische Fall reiht sich ein in eine bundesweite Welle von Kabeldiebstählen aus Photovoltaikanlagen. Der hohe Kupferpreis macht die Anlagen für organisierte Banden zunehmend attraktiv. Viele Solarparks liegen zudem abgelegen und sind weitläufig, was Einbrechern ermöglicht, ungestört zu arbeiten. Zudem sind die Sicherheitsmaßnahmen dort oft weniger ausgefeilt als in anderen Industriebereichen.
In den vergangenen zwei Jahren gab es in ganz Deutschland ähnliche Fälle: Zum Beispiel wurden im Dezember 2025 im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) Kupferkabel mit 90 km Länge entwendet. Im Januar 2025 kam es in Rheinland-Pfalz zum Klau von 25 Kilometer Kabel aus zwei PV-Parks. Im September und Oktober war der Solarpark Ahorn-Solar im Main-Tauber-Kreis zwei Mal das Ziel von Kabeldieben, die zusammen über 80 km Kupferleitungen erbeuteten. Wie das Magazin PV Insider berichtete, wurden im April 2025 ganze 8,5 Tonnen Kupfer sichergestellt, die aus Photovoltaik-Anlagen in den spanischen Regionen Andalusien, Extremadura und Avila gestohlen worden waren.
Die Schäden gehen dabei zum Teil weit über den reinen Materialwert hinaus, vor allem wenn bereits installierte Kupferkabel (statt Kabelrollen während der Bauphase) gekappt und gestohlen werden – Betreiber klagen über Produktionsausfälle, teure Reparaturen und aufwendige Sicherheitsnachrüstungen. Die Pressemitteilung der Bayerischen Polizei zum Fahndungserfolg in Franken gibt es übrigens hier zum Nachlesen.





