Stromerzeugung mit Balkonkraftwerk 2026: Wie viel Ertrag pro Jahr ist drin?  

Die erlaubte (Wechselrichter-) Leistung von Balkonkraftwerken beträgt – auch im Jahr 2026 – maximal 800 Watt. Was heißt das für deinen Stromverbrauch und deine PV-Strom-Produktion? Wir verraten dir, wie viel Energie du pro Jahr erzeugen kannst und ob die kleine PV-Anlage auch im Winter abliefert.

An immer mehr Hausfassaden und Balkongeländern, aber auch in Gärten oder auf Flachdächern stößt man auf kleine Solaranlagen. Der Trend zum Mini-Kraftwerk auf dem Balkon ist ungetrübt und mit dem Solarpaket 1 ist die Inbetriebnahme im Mai 2024 deutlich vereinfacht worden. Nicht nur die Registrierung beim Netzbetreiber entfällt, du hast zudem die Möglichkeit, bis zu 800 Watt über den Wechselrichter ins hauseigene Netz einzuspeisen. Aber wie rentabel ist die Installation eines Balkonkraftwerks wirklich für dich? Rentiert sich der Kaufpreis einer solchen Anlage für dich und bist du damit am Ende sogar autark unterwegs?

Drei wichtige Informationen zum Ertrag von Balkonkraftwerken

  • Die Leistung deines Wechselrichters muss auf 800 Watt begrenzt werden, für deine Solarpaneele gilt eine Maximalleistung von 2.000 Wattpeak. Mittlerweile gibt es dazu sogar eine neue VDE-Norm, die wir von PV Insider dir hier erklären.
  • Wie viel Leistung dein spezifisches Modell erzeugt, das hängt von den Solarmodulen, dem Wechselrichter und der Ausrichtung ab. Grob gesagt lässt sich sagen, dass ein nicht verschattetes Balkonkraftwerk pro 100 Watt ungefähr 100 Kilowattstunden grünen Strom im Jahr produziert.
  • Den höchsten Ertrag übers Jahr hinweg liefern Balkonkraftwerke im südlichen Teil Deutschlands, da die Anzahl der Sonnenstunden besonders hoch ist. Generell sind die Monate April bis September deutlich ertragreicher als die Zeit von Oktober bis März.
Platz #1
Duo Flachdach - Kleines Kraftwerk
Testnote1,4Sehr gut

Kleines Kraftwerk

Duo Flachdach

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KleinesKraftwerk.de

PRO

  • stabile Halterung
  • schnelle Montage
  • sehr gute deutsche Anleitung

CONTRA

  • WLAN-Verbindung teils instabil
  • Aktuell 1-2 Wochen Lieferzeit
Platz #2
Flat (900+) - Yuma
Testnote1,6Gut

Yuma

Flat (900+)

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Yuma.de

PRO

  • sehr guter Stromertrag
  • transparenter Shop
  • sehr gute Kommunikation

CONTRA

  • WLAN-Verbindung teils instabil
  • Halterung recht wacklig
Platz #3
onBasic Flachdach - Solakon
Testnote1,6Gut

Solakon

onBasic Flachdach

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Solakon.de

PRO

  • sehr gute App
  • schnelle WLAN-Anmeldung
  • hoher Stromertrag

CONTRA

  • Halterung eher wackelig
  • Versandkosten kommen auf den Preis
Platz #4
Garten/Boden Kit - EcoFlow Stream
Testnote2,4Gut

EcoFlow Stream

Garten/Boden Kit

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EcoFlow.de

PRO

  • App-Anmeldung in Sekunden erledigt
  • hochwertiger Wechselrichter

CONTRA

  • Solarmodule nicht bifazial
  • Halterung flach und unflexibel

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk?

Du fragst dich, wie viel Strom ein Balkonkraftwerk für die Steckdose an deinem Standort produziert? Die Beantwortung dieser Frage ist so pauschal natürlich icht möglich. Standort, Verschattungen und Ausrichtung sind entscheidende Faktoren.

Hast du ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt und installierst es mit 30-Grad-Neigung Richtung Süden, kannst du bei gutem Wetter ohne Verschattung mit rund 750 bis 800  kWh für das Jahr 2026 rechnen.

Das musst du wissen: Ein Balkonkraftwerk erzeugt nur so viel Stromertrag, wie es durch den Wechselrichter erlaubt ist. Er ist das Herzstück deiner kleinen PV-Anlage, entscheidend für die Effizienz und in der Lage, den Ertrag zu drosseln. Den maximalen Ertrag erzielst du in Kombination mit 2000 Wp Solarpanels und einem 800 Watt Wechselrichter. Stimmen jetzt noch die Bedingungen, holst du an sonnigen Tagen das Beste aus den bisher möglichen Balkonkraftwerken raus.

Balkonkraftwerk Ertrag zwei Module im Garten
Da geht noch mehr: Ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen und 900 Wattpeak Leistung ist cool, schöpft die 800-Watt-Einspeisegrenze des Wechselrichters aber nicht so häufig aus wie eine Solaranlage mit vier Modulen.

Wie viel Strom produziert das Balkonkraftwerk in den Wintermonaten?

Im Winter scheint die Sonne deutlich weniger, das Licht ist diffuser. Zudem ist es ganz einfach nicht so lange hell und die Sonne steht selbst in den Mittagsstunden nicht senkrecht am Himmel. Rechne mit deutlichen Leistungseinbußen, die je nach Vergleichsmonat die Hälfe bis 85 Prozent betragen können (im Vergleich zu den Top-Monaten Mai bis Juni). Ganz ohne Solarenergie bist du aber auch im Winter nicht, du kannst die Sonnenstrahlen weiterhin nutzen. Aber eher sieben und nicht zwölf Stunden lang. Es sei denn, du hast auch einen Speicher, aber das ist eine andere Geschichte.

Während der kalten Jahreszeit steht die Sonne wie erwähnt flacher am Himmel. Jetzt kommt es auf die richtige Neigung an. Du erzielst mehr Ertrag, wenn die Solar-Panels möglichst senkrecht und an der Südwand/auf einem Südbalkon montiert sind. Noch mehr Tipps zur optimalen Ausrichtung der Solarmodule haben wir in diesem Artikel für dich zusammengetragen.

Das hat gleich zwei Vorteile:

  • Die Sonne trifft trotz flachem Stand optimal auf die Module.
  • Du verhinderst die Bildung einer Schneedecke auf der Oberfläche.

An sehr sonnigen Tagen in relativ kühlen Monaten wie April oder Oktober wirst du zwar nie so viel Strom produzieren wie an einem strahlenden Juli-Tag. Trotzdem hat auch diese Zeit ihre Vorteile: Das liegt daran, dass Umgebungstemperaturen von 25 °C und mehr zu Einbußen führen können.

Im Winter kann das Sonnenlicht zudem von Schnee, Eis und Frost reflektiert werden. Das liefert zusätzliche Strahlung für die (bifazialen) Solarpanele deines Balkonkraftwerks und gleich die schwächere Leistung zumindest ein Stück weit aus.

Mit diesen Zahlen kannst du im Winter bei optimalen Bedingungen rechnen:

  • 400 Watt Leistung schafft einen Ertrag von 0,8 kWh/Tag
  • 600 Watt Leistung schafft einen Ertrag von 1 kWh/Tag
  • 800 Watt Leistung schafft einen Ertrag von 1,6 kWh/Tag

Im Vergleich dazu kannst du im Sommer bei optimalen Bedingungen folgende Tageswerte nutzen:

  • 400 Watt Leistung schafft einen Ertrag von 2,6 kWh/Tag
  • 600 Watt Leistung schafft einen Ertrag von rund 3,2 kWh/Tag
  • 800 Watt Leistung schafft einen Ertrag von rund 4,8 kWh/Tag

Wichtig zu wissen: Bei solchen Angaben handelt es sich immer nur um Richtwerte und Schnittmengen. Je nach Wetterlage kann es zu starken Schwankungen kommen. An einigen Tagen sind auch produzierte Mengen von nur 0,3 kWh möglich, während es an optimalen Tagen eben bis zu 5 kWh Strom gibt. Das bedeutet übrigens auch, dass an einem trüben Wintertag kaum Energie in den Speicher wandert (falls man einen hat). An diesem Fakt kommt man als Betreiber von nur einem bis vier PV-Modulen leider nicht vorbei.

Balkonkraftwerk Ertrag im Winter mit Schnee
Aufgeständerte Balkonkraftwerke im Garten oder auf der Terrasse sind anfälliger für Schnee als vertikal montierte Module am Balkongeländer. Hier bleibt die weiße Pracht schon mal liegen, das schmälert den ohnehin schon eingeschränkten Ertrag im Winter zusätzlich.

Welchen Unterschied gibt es zwischen 600 Watt und 800 Watt Balkonkraftwerken?

Bereits seit Mai 2024 hast du die Möglichkeit, einen Wechselrichter mit 800 Watt zu nutzen und so noch mehr Strom zu generieren. Dieses Upgrade ist mittlerweile ein alter Hut, aber vor knapp zwei Jahren war das ein richtiger Sprung: Was der in der Praxis bringen kann, das schauen wir uns jetzt an. Wir gehen dabei von der Ausgangslage aus, dass dein Balkonkraftwerk optimal ausgerichtet ist. Unter diesen Bedingungen gilt folgendes:

  • Durchschnittlich schafft ein 800 Watt-Balkonkraftwerk einen Ertrag von 750 bis 800 kWh Strom pro Jahr.
  • Auf den Tag gerechnet entspricht das einem Durchschnittsertrag zwischen 2,0 und 2,2 kWh.
  • Durchschnittlich schafft ein 600 Watt-Balkonkraftwerk einen Ertrag von 550 bis 600 kWh Strom pro Jahr.
  • Auf den Tag gerechnet entspricht das einem Durchschnittsertrag zwischen 1,5 und 1,7 kWh.

Eine autarke Stromversorgung ist daher weder mit dem 600 Watt Balkonkraftwerk noch mit der 800-Watt-Variante möglich. Und wir wollen ganz ehrlich sein: Es reicht ganz eindeutig nicht. Während die Stromproduktion untertags ausreichend ist für die Standardverbraucher, haut das in den Abendstunden und nachts nicht hin; auch nicht mit einem Solarspeicher.

Ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen verbraucht jährlich übrigens circa 4.000 kWh Strom. Selbst das leistungsstärkste Balkonkraftwerk ist folglich nicht in der Lage, für Autarkie zu sorgen. In einem Single-Haushalt liegt der Verbrauch mit ca. 1.600 kWh/Jahr niedriger, was theoretisch eine Reduktion der Stromkosten um bis zu 50 Prozent bedeuten würde.

Praktisch funktioniert die Rechnung so aber nicht: Der produzierte Strom muss direkt verbraucht werden, z.B. für Wärmepumpen, Kühlschränke oder andere Stand-By Geräte. Außerhalb der Produktionszeiten (nachts, bei fehlender Sonneneinstrahlung) wirst du weiterhin über das Netz versorgt. Abhilfe schafft an diesem Punkt nur ein Stromspeicher. Hier kannst du den erzeugten Strom deines Balkonkraftwerks zwischenspeichern und dann bei Bedarf darauf zurückgreifen.

Bedenke auch, dass du für die Einspeisung erzeugter Energie ins Stromnetz kein Geld bekommst. Auf diese Weise erhältst du die Kosten für die Anschaffung somit nicht zurück.

Wie lässt sich der Ertrag eines Balkonkraftwerks erhöhen?

Die Grundlagen für den maximalen Ertrag kennst du bereits – optimale Richtung, keine Verschattungen und eine jahreszeitabhängige Neigung.

Zusätzliche Einflussfaktoren sind:

  • Overpowering des Wechselrichters (Wattpeak der Solarmodule bis 2.000 Wp)
  • Sauberkeit deiner Solarmodule
  • Regelmäßig durchgeführte Wartung
  • Qualität und damit Wirkungsgrad des Wechselrichters
  • Sonnentage in der Region

Mit der höchstmöglichen Wattleistung sorgst du für bestmögliche Erträge. Nutze daher den bestehenden Platz so optimal wie möglich, um mehr Strom durch Photovoltaik zu generieren. Viele Besitzer von Balkonkraftwerken unterschätzen den Einfluss von Schmutz. Staub, Laub und andere Partikel lassen weniger Sonne durch und reduzieren somit die Stromerzeugung. Du kannst die Panels ganz einfach selbst reinigen, um den Ertrag zu verbessern.

Balkonkraftwerk Ertrag Verschmutzung Vogelkot
Sieht nicht nur unschön aus, sondern mindert der Energie-Ertrag. Vogelkot auf den Solarmodulen sollte man zügig abwasche. Balkonkraftwerk-Besitzer sind hier im Vorteil gegen über klassischen PV-Anlagen – sie kommen leichter an die Module ran.

Expertenmeinung: Die Ausrichtung gen Süden ist optimal, je nach Wohnort und Lage des Balkons aber nicht immer möglich. In diesem Fall empfiehlt sich die Verteilung der Module nach Westen und Osten. Du nutzt dann den Lauf der Sonne und produzierst mit deinem Balkonkraftwerk den ganzen Tag über Strom. Ein reiner Nordbalkon scheidet tendenziell aus, hier ist er Ertrag nicht hoch genug, dass sich das Balkonkraftwerk zeitnah amortisiert.

Balkonkraftwerk ja oder nein? Wann es sich für dich lohnt!

Nur in wenigen Fällen rechnet sich die Investition in ein Balkonkraftwerk nicht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn du keinen geeigneten Platz für die Montage hast. Verschattung ist hier ein großes Problem. Sie entsteht meist durch Gebäude im Umkreis, aber auch durch Bäume, Geländer, Markisen, Blumenranken & Co.. Mittlerweile darfst du zwar auch höher als vier Meter bauen bzw. montieren, in einem Wohngebiet mit vielen Hochhäusern kann aber auch das nicht ausreichend sein.

Entscheidend ist auch, wie viel Strom du mit deinem Balkonkraftwerk selbst verbrauchst. Bist du primär abends und nachts zu Hause und hast kaum Standby-Geräte, ist dein Eigenverbrauch gering. In diesem Fall braucht es mehrere Jahre, bis sich die Anschaffungskosten amortisieren.

Tipp: Programmiere Waschmaschine oder Splümaschine so vor, dass sie am frühen Nachmittag laufen und direkt Strom aus dem Balkonkraftwerk verbrauchen.