Blitzschutz bei Balkonkraftwerken: Braucht man den überhaupt?

Blitze können eine enorme Kraft entfalten und stellen eine reale Gefahr für technische Anlagen dar. Ob sie auch Auswirkungen auf Balkonkraftwerke haben und ob das Steckerziehen hilft, das erklären wir im Folgenden.

Platz #1
Duo Flachdach - Kleines Kraftwerk
Testnote1,4Sehr gut

Kleines Kraftwerk

Duo Flachdach

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KleinesKraftwerk.de

PRO

  • stabile Halterung
  • schnelle Montage
  • sehr gute deutsche Anleitung

CONTRA

  • WLAN-Verbindung teils instabil
  • Aktuell 1-2 Wochen Lieferzeit
Platz #2
Flat (900+) - Yuma
Testnote1,6Gut

Yuma

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Yuma.de

PRO

  • sehr guter Stromertrag
  • transparenter Shop
  • sehr gute Kommunikation

CONTRA

  • WLAN-Verbindung teils instabil
  • Halterung recht wacklig
Platz #3
onBasic Flachdach - Solakon
Testnote1,6Gut

Solakon

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Solakon.de

PRO

  • sehr gute App
  • schnelle WLAN-Anmeldung
  • hoher Stromertrag

CONTRA

  • Halterung eher wackelig
  • Versandkosten kommen auf den Preis
Platz #4
Garten/Boden Kit - EcoFlow Stream
Testnote2,4Gut

EcoFlow Stream

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EcoFlow.de

PRO

  • App-Anmeldung in Sekunden erledigt
  • hochwertiger Wechselrichter

CONTRA

  • Solarmodule nicht bifazial
  • Halterung flach und unflexibel

In Deutschland gibt es – Stand Dezember 2025 – mittlerweile 1,2 Millionen installierte Balkonkraftwerke, die vor allem im Sommer reichlich Strom produzieren sollen. Doch zu dieser Jahreszeit steigt auch das Risiko von Gewittern mit starker Blitzaktivität. Allein 2024 hat der Informationsdienst ALDIS/BLIDS rund 210.000 Blitzeinschläge in Deutschland registriert. 

Für Balkonkraftwerke auf Balkonen, Terrassen oder Flachdächern gibt es also ein reales Risiko, dass ein Einschlag die Anlage und das Gebäude beschädigen kann. Wie groß die Gefahr aber wirklich ist und wie du dein Balkonkraftwerk vor Blitzen schützen kannst – das wollen wir uns einmal genauer ansehen.

Kann ein Blitz in ein Balkonkraftwerk einschlagen?

Als erstes wollen wir betrachten, ob ein Blitz überhaupt in ein Balkonkraftwerk einschlagen kann. Die wenig überraschende Antwort: Ja, das kann er. Allerdings fällt die Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich passiert, extrem gering aus. Blitze werden fast immer von dem höchsten Punkt in der Umgebung „angezogen“. Da Balkonkraftwerke flach an der Fassade oder am Balkongeländer montiert werden, hängen sie zu tief für einen direkten Treffer. Selbst bei Dachgeschosswohnungen bilden die Balkone selten den obersten Punkt des Gebäudes. Stattdessen würde ein Blitz in die Dachspitze einschlagen, die durch Blitzableiter gesichert ist.

Auch wenn du dein Balkonkraftwerk auf einem Flachdach stehen hast, besteht keine erhöhte Gefahr. In den allermeisten Fällen handelt es sich nämlich um Garagen-, Schuppen- oder Carport-Dächer, die neben größeren Wohngebäuden stehen. Auch sie bilden also nicht den höchstgelegenen Punkt in der Umgebung. Falls du ein Steckersolargerät hingegen auf einem Flachdach von einem Wohnhaus oder Gewerbegebäude aufstellen willst, wo es keinen Schornstein gibt und es dann der höchste Punkte wäre – dann könnte es kritischer werden. Hier würde ein Blitzschutz Sinn ergeben.

Viel häufiger als direkte Einschläge sind jedoch indirekte Blitzeinschläge. Schlägt ein Blitz in der näheren Umgebung ein, beispielsweise in ein Nachbargebäude, können Überspannungen im Stromnetz entstehen. Diese Überspannungen breiten sich über die Leitungen aus und können an dein Hausstromnetz und somit auch an dein Balkonkraftwerk gelangen.

Was passiert, wenn ein Blitz in ein Balkonkraftwerk einschlägt?

Falls dein Balkonkraftwerk trotz geringer Chance von einem Blitz getroffen wird, dann erleidet es einen Totalschaden. Ein direkter Einschlag setzt enorme Energie frei. Temperaturen von etwa 30.000 Grad Celsius und Spannungen bis zu 100 Millionen Volt entstehen in Millisekunden. Die Folge: Solarmodule zerspringen, der Wechselrichter wird unbrauchbar, Leitungen können schmelzen. Oft sind auch Steckdosen, Haushaltsgeräte oder sogar die Hauselektrik betroffen. Kurzum: Dein Balkonkraftwerk wäre dann futsch. 

Noch häufiger sind Schäden durch Überspannungen infolge eines indirekten Blitzeinschlags. Diese Spannungsspitzen im Stromnetz können empfindliche elektronische Bauteile beschädigen. Das betrifft im Falle eines Balkonkraftwerks in erster Linie den Wechselrichter, der die zentrale Steuereinheit darstellt. Doch die Gefahr endet natürlich nicht bei der Mini-Solaranlage. Da das Balkonkraftwerk mit deinem Hausnetz verbunden ist, kann sich die Überspannung im gesamten Haus ausbreiten und weitere Elektrogeräte wie Fernseher, Computer oder Küchengeräte beschädigen.

Ist ein Blitzschutz gesetzlich vorgeschrieben?

Die Möglichkeit eines Einschlags fällt also sehr gering aus. Sollte es aber passieren, wäre der Schaden am Balkonkraftwerk groß. Solltest du also einen Blitzschutz verbauen? Wenn wir auf die Gesetzeslage schauen, dann besteht zunächst einmal keine Pflicht dazu. Die gibt es nur bei einer Solaranlage auf dem Dach. Denn eine große PV-Anlage unterliegt den VDE-Normen 0100-443 und 0100-534 und benötigt einen Überspannungsschutz.

Wenn du dein Balkonkraftwerk allerdings an einer hohen Stelle wie auf dem Ziegeldach deines Hauses positionieren möchtest, dann ergibt ein freiwilliger Blitzschutz Sinn. Denn bei einem Einschlag haftet meist niemand. Hersteller übernehmen keine Garantie für Blitzschäden, Versicherungen decken nur bestimmte Fälle ab. Der Einbau eines Überspannungsschutzes ist vergleichsweise günstig und spart im Ernstfall viel Geld.

Balkonkraftwerk Test Vergleich Schuko Stecker
Eine zusätzliche Schutzoption bei Gewittern: Wer bei einem nahenden schweren Unwetter auf Nummer sicher gehen möchte, der kann den Schuko-Stecker seines kleinen Kraftwerks aus der Steckdose ziehen.

Wie du dein Balkonkraftwerk schützen kannst

Wenn du doch auf Nummer Sicher gehen möchtest, dann hast du mehrere Optionen, um dein Balkonkraftwerk noch ein bisschen besser zu schützen:

  • Einen äußeren Blitzschutz anbringen: Der äußere Blitzschutz schützt ein Gebäude vor den direkten Auswirkungen eines Blitzeinschlags. Er umfasst eine Fangeinrichtung auf dem Dach, Ableitungen an der Fassade und eine Erdungsanlage, die den Blitzstrom sicher ins Erdreich abführt. Das verhindert Brände und mechanische Schäden. Allerdings sollte nur Fachpersonal Eingriffe am Erdungssystem oder der Elektroinstallation vornehmen. 
  • Für inneren Blitzschutz sorgen: Der innere Blitzschutz schützt elektrische Geräte vor Spannungsspitzen, die durch nahe Blitzeinschläge oder Schalthandlungen im Stromnetz entstehen können. Moderne Gebäude, die nach 2016 gebaut oder saniert wurden, besitzen bereits einen Überspannungsschutz des Typs 2. Sollte dein Haus älter sein, kannst du einen Elektriker beauftragen, ein Schutzmodul in den Verteilerkasten einzubauen (Kostenpunkt 200 bis 400 Euro). 
  • Balkonkraftwerk erden: Die Erdung dient dem Personenschutz, indem sie gefährliche Spannungen an leitfähigen Teilen der Anlage sicher ableitet. Dies verhindert Stromschläge bei Berührung und sorgt für das Auslösen des Fehlerstrom-Schutzschalters (FI-Schalter) bei elektrischen Defekten. Sie ist nicht für die Ableitung eines Blitzschlags geeignet, sondern eine grundlegende Sicherheitsmaßnahme gegen elektrische Gefahren. Da Balkonkraftwerke über die Steckdose geerdet sind, musst du hier nichts weiter tun.

Sollte ich mein Balkonkraftwerk bei Gewitter ausschalten?

Es ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Blitz in die Nähe deines Balkonkraftwerks einschlägt. Noch geringer ist die Chance, dass die Anlage einen direkten Treffer abbekommt. Erst Recht nicht, wenn sie nicht über das Dach hinausragt. 

Wenn du dennoch dein Balkonkraftwerk schützen möchtest, kannst du es bei einem herannahenden Gewitter vom Strom nehmen. Das bietet einen gewissen Schutz, da die direkte Verbindung zum Hausnetz unterbrochen wird. So kann eine Überspannung aus dem Netz nicht direkt auf den Wechselrichter übergreifen.

Allerdings ist es im Alltag oft unpraktisch, bei jedem Gewitter den Stecker zu ziehen, besonders wenn du nicht zu Hause bist. Ein fest installierter Überspannungsschutz bietet daher eine deutlich zuverlässigere und komfortablere Lösung, die deine Anlage permanent schützt, ohne dass du aktiv werden musst.

Fazit: Kein Grund zur Sorge

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitz in dein Balkonkraftwerk einschlägt, ist verschwindend gering. Schließlich stellen die Mini-PV-Anlagen selten den höchsten Punkt eines Gebäudes darstellen. Daher bist du gesetzlich auch nicht verpflichtet, einen Blitzschutz zu installieren. 

Ein indirekter Blitzeinschlag in der Nachbarschaft ist zwar ebenfalls ziemlich selten, kann aber zu Überspannungen im Stromnetz führen und sich auf dein Balkonkraftwerk auswirken. Moderne Gebäude verfügen für diesen Fall über einen Überspannungsschutz, weswegen du da auch unbesorgt sein kannst. Wenn du in einem älteren lebst, kannst du ihn auch von einem Elektriker nachrüsten lassen. 

Eine einfachere Methode ist, einfach den Stecker zu ziehen. Dann hat das Balkonkraftwerk keine Verbindung mehr zum Stromnetz. Allerdings ist sie unpraktisch, da du rechtzeitig daran denken und in dem Moment auch zuhause sein musst.