Anker Solarbank 2 Pro im Test: Immer noch ein top Speicher für Balkonkraftwerke?

Mit der Solarbank 2 Pro gelang Anker der Durchbruch im Bereich der Speicher für Balkonkraftwerke. PV Insider verrät: So gut ist der Goldstandard der Solarspeicher 2024 heute noch. Was sind die großen Pluspunkte und wo hat der Anker-Akku seine Schwächen?

Seit Mai 2025 gibt es mit der Anker Solarbank 3 E2700 Pro die dritte Generation der Anker-Speicher für Balkonkraftwerke. Das bedeutet zum Glück nicht, dass der Vorgänger – die Solarbank 2 Pro – deshalb zum alten Eisen gehört. Hier ist alles ein bisschen kleiner dimensioniert, doch in puncto Features und Qualität muss sich die Solarbank 2 Pro auch 2026 nicht verstecken. Und der Preis für diesen Anker-Akku ist jetzt so niedrig wie nie zuvor. Lohnt sich die Solarbank 2 also noch? Unser großer Test von PV Insider verrät dir, worin die Kiste richtig gut ist und in welchen Punkten sie nicht mehr ganz mithalten kann.

PV Insider

Testergebnis

2,1

Gut

Testfazit Anker Solarbank 2 Pro

Du hattest Sorgen, dass du mit dem „alten“ Anker-Speicher zwar Geld sparen kannst, dir aber Technik von gestern auf den Balkon stellst? Da können wir Entwarnung geben. Die Solarbank 2 Pro kann in puncto Speicherkapazität und Offgrid-Leistung nicht mit den Solarspeichern der dritten Generation mithalten, dafür besticht sie durch Hardware-Qualität, Smart-Meter-Unterstützung, eine leichte Bedienung und einige Features, für die man bis vor kurzem noch deutlich mehr Geld hinblättern musste. Obendrein ist das System bis auf knapp 10 kWh erweiterbar und damit für alle Balkonkraftwerke mehr als ausreichend dimensioniert. Dementsprechend können wir eine klare Kaufempfehlung aussprechen – angesichts aktueller Preise von nur noch 500 Euro gibt es kaum einen anderen Solarspeicher mit einem so exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Nulleinspeisung via Smart Meter
  • inkl. Wechselrichter und Heizelement
  • sauber funktionierende App
  • nur 1600 kWh Speicherkapazität pro Einheit
  • maximal 1000 Watt Notstrom
Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro
Top Speicher unter 500 Euro!

Anker Solarbank 2 Pro

  • 1,6 kWh Kapazität, auf 9,6 kWh erweiterbar
  • Notstrom-Funktion mit 1000 Watt
  • Nulleinspeisung möglich mit Smart Meter

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2024 ein Superstar. Und jetzt?

Als die Solarbank 2 Pro im Mitte 2024 erschien, staubte der Balkonkraftwerk-Speicher gleich mehrere Testsieger-Labels ab. Kein Wunder: Schließlich gelang Anker mit diesem System in puncto Features und Funktionen ein Paukenschlag im Bereich der Akkus für Steckersolargeräte.

Der Hersteller hatte scheinbar an alles gedacht: Das System ist mit fünf Zusatzakkus massiv erweiterbar, hat einen eingebauten Wechselrichter, stolze vier MPP-Tracker und kann mit eingebautem Heiz-Element ganzjährig im Außenbereich betrieben werden. Dank Smart-Meter-Vernetzung ist eine Nulleinspeisung möglich, obendrein erlauben flexibel einstellbare Einspeise-Pläne auch eine clevere Nutzung ohne Smart Meter.

Das PV Insider Test-Setting

All das klingt auf dem Papier super, doch erst in der Praxis zeigt, wie unkompliziert so ein System wirklich im Betrieb ist und wie gut es sich im Vergleich mit anderen Herstellern wie Solakon schlägt. PV Insider hat es natürlich ausprobiert! Über mehrere Monate hinweg verrichtete der Speicher seinen Dienst im PV-Insider-Testgarten. Wir haben vier Module mit jeweils 450 Wp Solarleistung angeschlossen und die Solarbank 2 zusammen mit einem Zusatz-Akku im Gartenhäuschen nebenan geparkt.

Solarbank 2 Pro: Auspacken, Aufbauen und Anschließen

Sieht man vom durchaus stattlichen Gewicht des Hauptspeichers  bzw. der Zusatzbatterie aus – es wollen 22 bzw. 18 kg bewegt werden –, dann ist der Aufbau der Solarbank 2 Pro tatsächlich kinderleicht. Nach Auspacken aus dem Karton wird zunächst der Zusatzblock auf eine ebene Fläche gestellt. Nach dem Entfernen der Kunststoffabdeckungen auf der Steckverbindung (oben auf dem Zusatzakku und unten an der Haupteinheit) wird der Hauptspeicher obenauf geparkt. Dort rastet er sauber ein, bei einer Konstruktion mit einem oder zwei Zusatzakkus ist eigentlich keine Wandverschraubung nötig; wer auf Nummer sicher gehen möchte oder höher stapelt, der bringt natürlich die mitgelieferte Wandhalterung an.

Der Anschluss der Solarmodule an den Speicher ist selbsterklärend – man verbindet die MC4-Stecker von bis zu vier Modulen mit den entsprechenden Eingängen an der Solarbank 2. Da dort acht PV-Ports sind, die allesamt erstklassig verarbeitet wirken, ist auch bei XL-Balkonkraftwerken kein Y-Verbinder nötig. Einen externen Wechselrichter braucht hier niemand, denn diese Funktionalität ist in der Solarbank 2 Pro integriert. Die MC4-Stecker rasten sauber ein, ein kleines Plastik-Tool zum erneuten Lösen (falls das mal nötig sein sollte) liegt bei. Natürlich wird der Speicher an der anderen Seite per Strom-Kabel (5m Länge) mit einer Steckdose verbunden.

App installieren, WLAN einrichten, Update ziehen

Danach kann der Einspeise- und Speicher-Zauber auch schon beginnen. Also fast, denn ein paar kleine Start-Schritte sind nötig: Nach dem Download der (kostenlosen) Anker-App aufs Smartphone klappt die Einrichtung der WLAN-Verbindung auf Anhieb. Wer seinen Balkonkraftwerkspeicher etwas „weiter draußen“ – wie in unserem Fall am Gartenschuppen – betreibt, der sollte sich eventuell um einen WLAN-Repeater bemühen.

Nach der WLAN-Einrichtung folgt ein einigermaßen zügiges Firmware-Update des Speichers und schon ist das Gerät in der App vermerkt und startbereit; die Zusatzbatterie übrigens ebenso. Wir können den Ladezustand und die Temperatur einsehen und ablesen, wie viel PV-Strom von unseren Modulen erzeugt wird. Die blaue LED an der Gerätefront bemüht sich ebenfalls, uns mitzuteilen, was der Anker-Speicher gerade macht – in der Praxis erweist es sich das aber als ziemlich unnütz.

Die Anker Solarbank 2 Pro im Praxistext

Wir bei PV Insider haben die Solarbank 2 im Sommer sowie im Winter ausführlich getestet. Im Sommer sollte man zwar darauf achten, den Solarakku nicht im prallen Sonnenschein zu parken, ansonsten ist das Teil aber ziemlich unverwüstlich. Die IP65-Zertifizierung garantiert Schutz gegen Staub und Regen, und dank verbautem Heizelement kann sie auch bei frostigen Temperaturen betrieben werden. Lithium-Eisenphosphat-Akkus können unter 0 Grad nämlich nicht aufgeladen werden, deshalb ist eine Heizung integriert.

Besonders komfortabel finden wir die Einspeise- und Bypass-Funktionalität: Wenn von unseren vier Modulen mit 1.800 Wp Solarleistung an einem sonnigen Sommertag deutlich über 1.000 Watt erzeugt werden, dann können wir per App einstellen, wie der Anker-Speicher damit umgeht: Wir legen fest, wie viel davon ins Haus soll, während der Rest den Speicher füllt. Ist der dann, je nach Speichergröße und Sonnenpower, am Nachmittag voll, dann wandert natürlich der gesamte Ertrag direkt ins Hausnetz. Doch das System ist clever: Haben wir eingestellt, dass immer 300 Watt ins Haus sollen, dann denkt die Solarbank 2 mit: Ist die Sonne zwischendurch oder nach Feierabend ganz weg, dann kommt die Differenz zwischen gewünschter Hauseinspeisung und verfügbarem Solarstrom aus dem Akku.

Stromverteilung: Ins Haus und in den Speicher

Die Kombination aus dieser Automatik und der Option, zeitgenaue Einspeise-Pläne zu erstellen, macht einen effizienten Betrieb erst richtig möglich. Beispielsweise können wir es so einstellen: Morgens von 7 bis 9 Uhr pumpen wir, wenn die Familie sich fertig macht, viele Lampen nutzt, Kaffee kocht oder Smartphones lädt, 500 Watt ins Netz. Am Vormittag reicht weniger Strom – wir stellen 300 Watt ein und sind zuversichtlich, dass davon die ganzen ständigen Verbraucher (wie Router oder Kühlschrank) satt werden. Für 14 Uhr haben wir eine Waschmaschine getimt – und stellen den Regler für die nächsten zwei Stunden auf 800 Watt. Das ist der Maximalwert, den der Wechselrichter der Solarbank 2 ins Hausnetz einspeisen kann.

Danach ist von 16 bis 19 Uhr nochmal Sparen angesagt, es reichen wieder 300 Watt. Abends brauchen wir mehr Unterstützung: Von 19 bis 23 Uhr dürfen 500 Watt ins Haus. Zum Kochen und Spülen, für Netflix und PlayStation. Nachts reicht dann wieder ein Sparkurs: 200 Watt durchgehend. Und wenn die 3,2 kWh Speicherkapazität untertags voll geladen wurden, dann kommt auch dieser Nachtstrom noch aus der Solarbank 2.

Zeitpläne vs. Smart Meter

Die eben beschriebene Nutzung ist nicht perfekt – aber von zuviel Perfektionismus sollten sich Hobby-Stromerzeuger sowieso verabschieben. Bei wenig Sonnenschein reicht der gespeicherte Strom eben nicht für den ganzen Abend. Und wenn der Backofen auf Hochtouren läuft, dann brauchen wir zusätzlichen Netzstrom – weil eben mehr als 500 Watt verbraucht werden. Eine Nulleinspeisung ist auch nicht drin: Es wird immer mal wieder Zeiten geben, wo wir den Stromverbrauch überschätzen. Wo der Anker-Speicher 500 Watt ins Haus schickt, wir dort aber nur 200 verbrauchen. Dann ist das halt so, dann fließen eben kurzzeitig 300 Watt für lau ins öffentliche Netz. Trotzdem: Wer den eigenen Stromverbrauch analysiert und clevere Einspeise-Pläne anlegt, der kann seinen Solarspeicher sinnvoll nutzen und auf lange Sicht Geld sparen. Das erfordert kaum Know-how und lässt sich in der Anker-App zügig einstellen.

Noch besser geht es natürlich mit einem Smart Meter, das allerdings von einer Elektro-Fachkraft im Stromkasten eingebaut werden muss. Die Solarbank 2 Pro kann natürlich mit dem Anker Smart Meter kommunizieren, es ist aber auch möglich, einen Shelly 3EM zu nutzen. Diese Geräte überwachen den Strombezug an den drei Phasen im heimischen Netz und können in Sekundenschnelle reagieren – und genau so viel Strom aus dem Akku einspeisen, wie gerade gebraucht wird; das klappt im Praxistest angenehm flott. Unter Nutzung des Nutzungsszenarios „Eigenverbrauch“ in der Anker-App können wir so den selbst erzeugten Solarstrom bestmöglich nutzen.

Alternativ lassen sich auch Anker Smart Plugs nutzen – also smarte Steckdosen, die per WLAN mit dem Speicher kommunizieren und ihm den aktuellen Strombedarf mitteilen. Allerdings geht das schnell ins Geld, weil viele einzelne Verbraucher bzw. die Steckdosen, wo sie angeschlossen sind, damit ausgerüstet werden müssen.

Ausstattung: sehr gut

Komfortabel ist die hohe Zahl der MPP-Tracker in der Solarbank 2 Pro: Ganz vier Stück hat das Gerät, also einen für jedes der maximal vier Solarmodule – mehr ergeben bei einem Balkonkraftwerk in der Regel keinen Sinn. Damit können auch unterschiedlich ausgerichtete Solarmodule gleichzeitig an ihrem maximalen Leistungspunkt betrieben werden.

Sprich: Die hohe Zahl der MPP-Tracker sorgt dafür, dass im Schnitt ein bisschen mehr Solarstrom erzeugt werden kann; auch wenn es mal zu einer kurzfristigen Verschattung kommt. Zudem können an jedem Eingang bis zu 600 Watt angeschlossen werden – die Maximal-Wattpeak-Zahl von 2000, die für Balkonkraftwerk in Deutschland gilt, ist damit also drin.

Sollte es mal zu einem Stromausfall kommen, kann die Solarbank 2 Pro als Stromquelle fungieren. Denn auf der einen Seite hat sie eine Schukosteckdose, aus der bis zu 1000 Watt fließen. Eine praktische Zusatzfunktion für den Fall der Fälle! Besondere Verteil-Kniffe zur Umgehung der 800-Watt-Grenze, wie sie die EcoFlow-Stream-Speicher beherrschen, oder die Unterstützung von dynamischen Stromtarifen wie bei der Solarbank 3 Pro – so etwas gibt es bei der zweiten Anker Generation noch nicht.

Anker Solarbank 2: Pro, Plus oder AC?

Damit du beim Kauf deiner Solarbank 2 auf der sicheren Seite bist: Wir haben die Version Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro getestet. Es gibt aber noch zwei andere Varianten davon, die sich ein bisschen unterscheiden: Bei der Solarbank 2 Plus sind nur zwei MPP-Tracker an Bord und es gibt keine Notstrom-Steckdose. Bei der Solarbank 2 AC sind es ebenfalls nur 2 MPP-Tracker und es gibt keinen eingebauten Wechselrichter. Diese Option kommt für dich also nur in Frage, wenn du bereits einen externen Inverter hast. Dafür kann die AC-Variante im Notstrom-Fall sogar 1.200 Watt ausgeben. Sowohl die Plus- als auch die AC-Variante unterstützen wegen ihrer zwei MPPTs nur eine Maximal-Leistung von 1.200 Wattpeak (Wp) bei den Solarmodulen; ein richtig großes Balkonkraftwerk mit 2.000 Wp Leistung kann hier also nicht seine ganze Power entfalten.

Zu guter Letzt noch eine Bonus-Info für alle, die mehr Speicherkapazität brauchen: Die Zusatz-Akkus für den Nachfolger Solarbank 3 Pro sind ebenfalls mit der Solarbank 2 kompatibel. Wer also zum Beispiel mit dem Kauf eines Zusatz-Akkus für die Solarbank 2 liebäugelt, der kann sich überlegen, ob er gleich einen Extra-Akku des Nachfolgers holt, denn der hat 2,7 kWh Kapazität. Zusammen mit dem Grundspeicher würde man also sofort bei 4,3 kWh landen.

Und natürlich könnte man durch den Kauf von gleich fünf solchen Zusatzakkus – das ist die maximal mögliche Zahl – aus der „ollen“ Solarbank 2 eine Speichermonster mit über 15 kWh Kapazität machen. Aber dieser (eindrucksvolle) Spezialfall dürfte in der Praxis eine ziemliche Ausnahme sein.